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Oliven: Klein, herzhaft und voller Energie

Sie sind klein, sie sind rund, sie sind grün und vor allem sind sie äußerst schmackhaft! Oliven sind nicht nur gesund, sie wecken auch bei den meisten Menschen Assoziationen mit Süden, Sonne und Dolce Vita.

Aber nicht nur in ihrer mediterranen Heimat sind die Früchte der robusten Olivenbäume sehr beliebt. Auch an der Südspitze Afrikas hat man ihre Qualität längst entdeckt. Verglichen mit Europa ist die Olivenkultur in Südafrika recht jung. Jan von Riebeeck brachte 1661 die ersten kultivierten Olivenbäume aus Europa mit und pflanzte sie auf seiner Farm Boschheuvel an. Doch die Bedeutung der Olive am Kap nahm erst 1907 zu, als ein Farmer aus Paarl die Goldmedaille für das feinste Olivenöl bei einer Londoner Verkostung gewann. Von da an stieg die Olivenindustrie am Kap unter der Leitung des italienischen Immigranten Ferdinando Costa stetig an. Heute zählt Südafrika über 300 Olivenfarmer.

Die südafrikanische Olivenindustrie zentriert sich weitestgehend auf das Westkap, da diese Gegend mit ihrem mediterranen Klima den Ansprüchen des Olivenbaumes am besten entspricht. Insgesamt werden im Land jährlich etwa 3000 Tonnen Tafeloliven zum Verzehr produziert. Der pro Kopf Verbrauch in den traditionellen Olivenländern wie Italien oder Spanien liegt zwischen zwölf und 24 Litern Olivenöl. Ein Südafrikaner hingegen bringt es im Schnitt gerade einmal auf zierliche 80 Milliliter. Gemeinsam konsumieren die Südafrikaner jährlich etwa 3,5 Millionen Liter Olivenöl, von denen lediglich 20% aus der nationalen Herstellung stammen. Dieser Anteil mag zunächst wenig erscheinen. Doch da Olivenöl nicht gleich Olivenöl ist, können die Südafrikaner auf ihr Öl trotzdem stolz sein. Denn wie so häufig kommt es auch hier auf Qualität und nicht auf Quantität an.

Volker Goetze, der auf seiner Farm Cascade Country Manor selbst Oliven anbaut, erklärt den Unterschied: „Grundsätzlich unterscheidet man zwei Olivenarten: die so genannte Tafelolive und die Ölolive. Während die Tafelolive zum direkten Verzehr geeignet ist und häufig als Vorspeise in guten Restaurants angeboten wird, verwendet man die Ölolive, um aus ihr das bekannte Olivenöl zu gewinnen.“ Auch optisch ist der Unterschied leicht zu erkennen. Im Gegensatz zur fleischigen Tafelolive, besitzt die Ölolive einen verhältnismäßig großen Kern, der bei der Ölgewinnung mitgepresst wird. Da Olivenöl weder Licht noch Sauerstoff verträgt, sind Flaschen, deren Glas dunkel gefärbt ist, am vorteilhaftesten.
„Beim Kauf eines Olivenöles sollte man darauf achten, dass das Etikett die Aufschrift Extra Virgin, bzw. kalt gepresst trägt. Werden Oliven bei über 28 Grad gepresst, verlieren sie während des Pressvorganges wertvolle Bestandteile“, meint Goetze. Doch nicht nur die Temperatur macht die Qualität eines guten Olivenöls aus. Goetze hebt die Qualität eines Extra Virgin Öls hervor: „Extra Virgin bedeutet einerseits, dass die Oliven nur kalt gepresst werden. Außerdem verwenden wir lediglich nur das Öl, das wir bei der ersten Pressung gewinnen können. Hier in Südafrika stellen wir derzeit noch ausschließlich diese Art von Öl her.“ Gerade in Europa werden die Oliven allerdings meist mehrmals gepresst, um möglichst viel Gewinn zu erzielen. Geschieht dies unter Zugabe chemischer Stoffe, können auch die reichhaltigen ungesättigten Fettsäuren der Olive den gesundheitlichen Aspekt nicht mehr retten.

Denn neben dem einmaligen Geschmack qualitativ wertvollen Olivenöls, steht dessen gesundheitlicher Effekt im Vordergrund. Olivenöl enthält 65-85 % einfach ungesättigter Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel im Blut stabilisieren. Somit verhindern sie Ablagerungen in den Arterien und können langfristig vor einem Herzinfarkt schützen. Hohe Anteile an Antioxidantien, die die menschlichen Zellen vor Schädigung schützen, sind für die Verringerung des Krebsrisikos bekannt.
Wirklich erstaunlich was diese kleinen, runden Früchte alles können! Weiß man erst einmal, welche positiven Auswirkungen so eine Olive hat, dann schmeckt sie gleich noch Mal so gut!

Bildquelle: aboutpixel.de / Mitbringsel © Thomas Fürböter